Surfing the wave – Tagebuch der Energievernichtung – Warum dieser Name?

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Surfing the wave, mein Tagebuch der Energievernichtung

Ich gehe tatsächlich davon aus, dass die meisten Menschen im Bereich von 20-40 Lebensjahren etwas mit “surfing the wave” anfangen können. Beim zweiten Halbsatz könnte es hingegen schon kniffliger werden. Für alle Interessierten liefere ich hier einen Erklärungsversuch.

Disclaimer Kryptowährungen

Was bedeutet surfing the wave?

Zitat eines befreundeten Investmentbankers: “Wenn gehäuft Geringverdiener in die Bank kommen und gezielt nach bestimmten Anlageformen oder -titeln fragen steige sofort aus diesen Titeln aus!”

Schafe

Für mich bedeutet surfing the wave auf einen fahrenden Zug aufzuspringen egal wo er sich grade befindet. In den letzten Monaten wird man geradezu mit Informationen zum Kryptohype überhäuft und vom Lifestylemagazin bis zum Wirtschaftsblog machen alle mit. Jeder Hans Wurst erhält auf Youtube hunderte bis zehntausende Views wenn er sich an der Chartanalyse seines eigenen Krypto-Portfolios versucht. Oftmals kann man dabei nur mit dem Kopf schütteln, Viele hatten wohl einfach Glück, Andere auch wieder nicht. Dazwischen gibt es noch ein paar wenige denen ich wirklich zutraue professionelle Trader zu sein aber das ist kaum mehr als eine Hand voll.

Warum ich trotz meiner reservierten bis ablehnenden Haltung gegenüber Kryptotrading und Kryptomining dennoch wieder auf das Thema aufmerksam wurde ist schnell erklärt. Mein bester Freund rief mich eines Morgens an und wollte wissen, wie und wo er Bitcoins kaufen kann. Bei mir schrillten sofort alle Alarmglocken und so lag auch die Antwort auf der Hand: “Alter! Du kannst alleine nichtmal ein Mail schreiben! Was willst du mit Bitcoins?”. Etwas verblüfft bekam ich erklärt, dass dies eventuell eine gute Idee sei weil er soviel darüber gehört hätte in letzter Zeit. Es folgte eine lange Diskussion zu Risiken und Chancen. Zu all den Nebengeräuschen und damit verbundenen Problemen. In diesem Gespräch wurde mir auch klar, dass ich bislang noch nicht sehr detailliert über die verwendeten Methodiken und Vorgehensweisen sprechen kann da ich sie selbst nie probiert hatte. Meine Aussagen könnten somit auch “gefährliches Halbwissen” gewesen sein und daran wollte ich etwas ändern.

Warum Tagebuch der Energievernichtung?

Kraftwerk

Wie bereits in einem anderen Artikel von mir (diesem hier) angemerkt, ist der Stromverbrauch für Kryptowährungen gewaltig. Der Boom bei den Kursen der Währungen führte auch zu einem weiteren Boom im Stromverbrauch. Alleine zwischen 15. November und 15. Dezember fand ein Anstieg die die Bitcoin Blockchain und das Bitcoin Mining von 27 TW/h auf 33 TW/h statt. Die 33 TW/h sind dabei in der Größenordnung des Gesamtstaates Dänemark und seiner Einwohner. Aktuelle Statistiken dazu finden sich unter anderem hier. Eine einzelne Bitcoin Transaktion spielt sich in der Größenordnung von 2.500 KW/h ab.

Wer nun keine Vorstellung davon hat wieviel 2.500 KW/h sind dem seien folgende Beispiele gegönnt:

  • Eine Playstation 4 im Spielemodus, Verbrauch 140 Watt: 24 Stunden Spielzeit an 365 Tagen sind ca. 1.250 KW/h.
  • Mein 4-Personenhaushalt mit Wärmepumpe (=Stromheizung) hat einen Jahresverbrauch von ca. 5.500 KW/h.

Zwei Bitcoin Transaktionen durchzuführen entspricht also bereits meinem Jahresstromverbrauch für mein Haus. Für mich klingt das wenig effizient.

Update Jänner 2018: Es handelt sich nicht um 2.500 KW/h pro Transaktion sondern um ca. 250 KW/h. Das verbessert die Bilanz natürlich etwas, ist aber immer noch gewaltig meiner Ansicht nach.

Der von mir gewählte Titel ist deshalb nicht nur mein experimentelles Teilhaben an der Kryptowelt sondern auch an den sehr negativen Seiten dabei. Jeder Unwissende E-Auto Kritiker kommt früher oder später mit dem Argument der Stromverbrauchs für eine großflächige Durchdringung mit Elektrofahrzeugen. Für Deutschland wurde, wohlgemerkt für das Jahr 2050, eine vollständige Umstellung auf Elektroautos mit 120 TW/h berechnet. Diese Berechnung legt 40 Mio E-Autos mit 15.000 km Jahresleistung und somit 3.000 KW/h Jahresverbrauch zugrunde (Hier der Originalartikel). Im Umkehrschluss heißt diese Berechnung aber auch, dass ich aktuell Bitcoin am Leben, oder 10 Mio. E-Autos betreiben könnte. Meine persönliche Entscheidung dazu wäre klar (*Wink mit dem Zaunpfahl* Es sind die Autos).

Was ich auch nicht unerwähnt lassen möchte, Bitcoin ist dabei nur eine der vorhandenen Blockchains die aktuell nur Spekulationsobjekt und wenig Relevanz für konkrete Anwendungen haben. Im Dezember ´17 gab es neben BTC noch ca. 1.300 andere Kryptowährungen. Wie es mit deren Energieverbrauch aussieht konnte ich trotz intensiver Recherche aber nicht nachhaltig ermitteln.

Folglich wird sich diese Artikelserie mit meinen persönlichen Erfahrungen befassen.

Bislang in dieser Serie veröffentlicht:
Tag 1

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Stefan

Ich bin Geek, Digitalnomade, Blogger, IT-Techniker, IT-Projektleiter, Denker, Weltverbesserer, Kritiker, Analytiker, Datenschützer, Lego verliebt, Vater, neugierig. Think first!

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