Geschäftsidee LEGO – Lagerhaltung

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Wie soll ich mein LEGO® lagern?

Entscheidet ihr euch dazu den Handel mit LEGO® professionell zu betreiben ist die Lagerhaltung nicht nur ein wichtiger Punkt für euer persönliches Zeitmanagement sondern auch den Warenwert. Eine Unterscheidung zwischen den Arten von LEGO mit denen ihr handelt ist dabei zusätzlich noch erforderlich. Aber alles der Reihe nach. Lego lagern ist, vor allem langfristig, nicht so trivial.

Welche unterschiedlichen Geschäftsmodelle gibt es?

Der Handel mit LEGO lässt sich in wenige Kategorien einteilen. Nachfolgend stelle ich euch diese mit ihren Besonderheiten vor.

Handel von neuen, originalverpackten Sets

Die Originalverpackung muss zum optimalen Werterhalt in perfektem Zustand bleiben. Die Lagerhaltung erfordert daher, dass der Ort trocken ist und kein Licht an die Verpackung kommt. Das gilt sowohl für Sonnenlicht als auch LED Lampen oder die Abwärme von Glühlampen die zu nah an der Verpackung sind. Persönlich lagere ich alle diese Sets in zusätzlichen Überkartons. Diese Überkartons sind dann gleichzeitig auch der Versandkarton im Verkaufsfall. Nicht zu unterschätzen ist dabei das Gewicht der einzelnen Boxen.

Lego lagern, die Grundregeln:

  • Stapelt, je nach Stabilität des Überkartons, nur wenige Kartons übereinander.
  • Stapelt niemals mehr als zwei große Originalboxen übereinander! Ihr beschädigt damit möglicherweise die unteren Boxen. Ihr beschädigt jedenfalls die Originalsiegel die sich lösen werden. Eine Originalverpackung deren Inhalt ihr noch nie berührt habt und deren Bausteine verschweißt in den Beuteln liegen ist nicht mehr originalverpackt. Wertverlust 20-50%!
  • Ob ihr die Sets lieber “liegend” oder “hochkant” lagert ist eine philosophische Frage. In LEGO Foren gibt es für jede Meinung Anhänger. Ich lagere generell liegend wodurch die Mitte der Schachtel (bei großen Sets) durchhängt. Andererseits ist hochkant die Belastung für die Siegel eventuell größer. Langzeit Erfahrung habe ich nicht.

Organisationsaufwand (mittel): Ihr müsst wissen was sich in jedem Überkarton befindet.

Sorgfalt (hoch): Jeder Kratzer ist eine Wertminderung.

Platzbedarf (mittel): Je nachdem ob ihr über passende Hochregale verfügt geht eure Sammlung eher in die Breite.

Lagerkosten (mittel): Entsprechende Regale sollten beschafft werden.

Handel von gebrauchten Sets mit und ohne Verpackung

Die Steine sind im Regelfall zerkratzt und zeigen Gebrauchsspuren. Anleitungen sofern sie vorhanden sind, können beschädigt sein. Beiliegende Originalverpackungen können völlig in Ordnung oder nahezu nicht mehr erkennbar sein.

  • Sucht euch passende Kartons und packt in jeden davon nur ein einziges gebrauchtes Set.
  • Ist die Originalverpackung dabei und in Ordnung versucht sie nicht weiter zu beschädigen. Dasselbe gilt für die Anleitung.
  • Ist keine Anleitung dabei ladet euch das pdf hier herunter. Druckt es aus (beidseitig, 2 Seiten pro Blatt) und legt es in euren Karton bei.
  • Diese Schachteln könnt ihr stapeln wie ihr wollt und wie es euer Platz hergibt. Eine weitere Beschädigung und somit Wertverlust ist nicht möglich.

Organisationsaufwand (mittel): Ihr müsst wissen was sich in jedem Karton befindet.

Sorgfalt (niedrig): Keine weitere Wertminderung.

Platzbedarf (mittel): Da ihr stapeln könnt wie ihr wollt ist auch ein hoher Turm möglich. Bedenkt dabei, dass ihr vielleicht eines der untersten Sets verkauft und einige Minuten schlichten müsst damit dieser Turm nicht einbricht.

Lagerkosten (niedrig): Keine zusätzlichen Beschaffungen notwendig.

Handel von neuen und / oder gebrauchten Einzelteilen und / oder Figuren

Handelt ihr mit Einzelteilen so ist es für den Preis den ihr im Verkauf erzielen könnt wichtig ob die Teile neu oder gebraucht sind. Jedes Teil das sich in eurer Sammlung befindet muss als neu oder gebraucht kategorisiert werden. Gesamtheitlich gibt es mit heutigem Datum 10.013 unterschiedliche Figuren und 49.172 unterschiedliche Einzelteile. Bei der Einteilung in neu und gebraucht verdoppelt sich die Anzahl auf 10.013 Figuren und ca. 100.000 Einzelteilen. Diese Anzahl ist gigantisch und oftmals ist so ein Teil nur 1 Cent wert.

Ich habe persönlich ca. 80 Kilogramm meiner losen LEGO Teile sortiert und kategorisiert aber nur sehr rudimentär eingeteilt. In Summe komme ich vermutlich auf ca. 300 Einzelpositionen. Wollt ihr effizient Teile auffinden und versenden müssen Lagerplätze angelegt werden. Die Lagerplatz Bezeichnung könnte dabei “R1E3F12” heißen. Bedeutung wäre dann Regal 1, Ebene 3, Fach 12. Diese Bezeichnung muss sich dann auch in der Software wiederfinden in der ihr die Steine verwaltet. Wer das nicht kann wird nach den ersten Verkäufen schreiend davonlaufen. Eine realistische Bestellung wären 200 Teile, davon 80 unterschiedliche im Gesamtwert von 12 EUR. So eine Order zu verarbeiten kostet euch locker zwei Stunden inkl. Versand, ihr habt dabei aber auch den höchsten Gewinn aus eurer Sammlung.

Organisationsaufwand (hoch): Beschriftungen auf Regalen und Sammelboxen notwendig, zusätzlich noch die Pflege in der Lagerhaltungs-software.

Sorgfalt (mittel): Steine in falschen Boxen, Beschriftungen nicht sofort angebracht, Lagerhaltung-software nicht gepflegt führen unweigerlich zu Chaos und Verzweiflung.

Platzbedarf (hoch): Ihr habt 50qm² Platz? Das ist ein guter Anfang. Über die Zeit wird das nicht reichen. Regale und Boxen müssen jederzeit zugänglich sein. Eine bestimmte Höhe kann somit nicht überschritten werden und der Zugriff auf hunderte, wenn nicht tausende Sammelboxen erfordert enorm viel Platz.

Lagerkosten (hoch): Die Anschaffung der Regale (Wandbefestigung rundum, freitragend in der Raummitte), vor allem aber der passenden Boxen wird sehr viel Geld kosten. Welche Boxen die richtigen sind ist schwer zu sagen, teuer sind sie allesamt.

Wie lagere ich meine Ware?

Pax mit Pax-Anbau

Auf diesem Bild seht ihr meinen Haupt-Lagerplatz für sortierte, lose Steine. Es handelt sich um einen großen IKEA Pax Kasten (Schlafzimmerabteilung) an dem mittels Scharnierbändern zwei kleine Pax auf Rollen angebracht sind. Es ist also einen Flügel-Pax den ich mir selbst überlegt und gebaut habe. Ich schaffe es dadurch auf einem Platz von 1×1 Meter einen Stauraum von 2,5m³ zu erhalten. Inhalt sind bei mir gut 80 Kilogramm loses Lego + einige Kleinigkeiten. Kindersicher ist der Kasten auch, die “Türen” sind viel zu schwer zu bewegen. Das Foto ist ein Jahr als weshalb da drinnen schon vieles anders ist. Die Grundidee könnt ihr aber mitnehmen.

Dieses Lagersystem gibt es nicht mehr. Ich habe mittlerweile einen eigenen Raum dafür und mein Lego Lager füllt 20m² bis zum Rand an. Möglicherweise werde ich einige Fotos dazu online stellen.

Mit meinem eigenen Shop handle ich alle drei Varianten die ich oben beschrieben habe. Alle entsprechenden Besonderheiten treffen also auch mich. Das ist mein Lego Shop.

Fazit:

Wer vorhat aus Spaß an der Freude zehn Sets zu kaufen und einzulagern wird auf wenige Dinge aufpassen müssen (siehe neu und originalverpackt). Wächst die Sammlung dann auf vierzig Sets kommen erste Zweifel auf ob wohl auch alle Beschriftungen stimmen. Sind es dann wie bei mir ca. 400 Sets handelt es sich bereits um eine wirkliche Challenge für die ich etwa 30m² externer Lagerfläche benötige. Meine losen Teile kommen da noch hinzu und verbrauchen nochmals etwa 10m².

 

Wie lagert ihr euer LEGO?
Welche zusätzliche Ideen habt ihr noch?
Was ist nötig um diesen Kasten zu bauen? Ab in die Kommentare damit 🙂

 

“LEGO® ist eine Marke der LEGO Gruppe, durch die die vorliegende Webseite jedoch weder gesponsert noch autorisiert oder unterstützt wird”.

Sources:

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Stefan

Ich bin Geek, Digitalnomade, Blogger, IT-Techniker, IT-Projektleiter, Denker, Weltverbesserer, Kritiker, Analytiker, Datenschützer, Lego verliebt, Vater, neugierig. Think first!

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