Geschäftsidee LEGO – Grundlagen

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Bedeuten bunte Steine auch bunte Scheine?

Vor einigen Jahren habe ich mich dazu entschlossen eines meiner langfristigen Hobbies wieder zu starten. Dieser Start war etwas aus der Not geboren, dass ich zum Einen gewohnt bin und war immer unter Strom zu stehen und das Gefühl zu haben etwas tun zu müssen, zum Anderen aber auch durch die örtliche und zeitliche Gebundenheit mit meinen zwei kleinen Söhnen. Ich sah mich also gezwungen einen zeit- und ortsunabhängigen Ansatz zu suchen und fand ihn in meiner Lego Kollektion. Der Handel mit LEGO® klang für mich recht schnell interessant. Um aufgrund des Umfangs der Sammlung auf Nummer sicher zu gehen habe ich dazu auch einen Gewerbeschein gelöst und bin also seit Mai ´17 nebenbei noch selbstständiger Unternehmer.

Was ist beim Handel mit LEGO® zu tun?

Die Kurzversion lautet: Set auswählen, Einkaufen, Lagern, Bewerben, Verkaufen und Versenden.

Am Beginn der Geschichte steht bei mir eine Beziehung zu den bunten Kunststoffteilen die etwa 1986 begonnen hat. Ich kann mich tatsächlich noch an jedes Lego Set erinnern das ich in den 80ern und 90ern erhalten habe und auch den zugehörigen Kontext. Die Faszination aus allem Vorhandenen etwas Neues schaffen zu können führte mich jeden Abend in andere Themenbereiche bei denen es egal war ob das Feuerwehrschiff nun die Piraten transportiert oder die Polizisten von einer Horde Ritter überrannt wurde.

Vorarbeit 1 – die Langzeitmotivation beziehungsweise der Bezug zum Thema sind gegeben.

Vorarbeit 2 – ist die Rechtssicherheit des Ganzen. Bei mir bedeutete dies eine formale Anfrage samt schriftlicher Genehmigung in meinem Unternehmen. Diese formale Freigabe empfehlen nicht nur Arbeiterkammer und ähnliche Stellen sondern auch das Arbeitsrecht selbst. Als unselbstständiger Arbeitnehmer ist man verpflichtet diese Genehmigung einzuholen. Danach können die Anmeldung der Firma, Sozialversicherung, Finanzamt, eigenes Bankkonto, Steuerberatung usw. passieren. Ich möchte an dieser Stelle nicht näher auf die Unternehmensgründung selbst eingehen da die Schritt vielzählig und teilweise komplex sind. In Österreich ist die Wirtschaftskammer der erste Ansprechpartner.

Lego Taj Mahal 10189 aus meiner Sammlung

Immer wieder liest bzw. las man in unterschiedlichen Magazinen von Legosets deren Wertsteigerung höher als die Steigerung bei Gold oder Aktien lag. Diese Zeiten sind sicherlich vorbei und kommen auch nicht wieder. Sowohl die Wahrnehmung von LEGO als Handelsware und Sammelobjekt als auch die Produkte von TLG (The Lego company) und die Veröffentlichung bereits lange abgekündigter Sets stehen dem entgegen. Einzelne Sets aus den vergangenen Jahren haben, sofern im perfekten Zustand, tatsächlich bis zu 1.200% an Wert gewonnen. Man muss aber erstens jemanden finden der bereit ist diesen theoretischen Preis zu bezahlen und hat mittlerweile mit vielen tausend Sammlern und Händlern mehr zu tun. Steigerungen von 150-200% scheinen noch möglich, darüber wird es bei teuren Sets kaum noch gehen.

Hier geht es zu abrickperday, meinem Lego Store.

 

LEGO Einkaufen

Der Einkauf eurer Produkte entscheidet zu größten Teilen über euren Erfolg. Anhaltspunkt bietet dafür jeweils der “Unverbindliche Verkaufspreis” (UVP, RRP) des Produkts. Der UVP ist der Richtwert für Ein- und Verkauf. Je teurer ihr einkauft desto geringer wird euer Gewinn beim Verkauf ausfallen. Klingt logisch, ist es auch!

Dazu zwei Beispielrechnungen (Steuer Österreich 20%):

Beispiel 1:

  • Produkt x weist einen UVP von brutto EUR 150,- auf. Ihr habt bereits im Vorfeld einen Abnehmer gefunden der bereit ist brutto EUR 160,- + EUR 8 Versand dafür zu bezahlen.
  • Einkauf zu brutto EUR 120,- davon -20,- EUR Vorsteuer = Einkaufspreis netto EUR 100,-
  • Prozesse: Einkaufen, Lieferung kontrollieren, Waren einbuchen, Rechnung legen, verpacken, zum Versand bringen, Zahlungseingang kontrollieren, Ware ausbuchen, Steuer abführen
  • Zahlung von brutto EUR 168,- davon Umsatzsteuer EUR 28,-= netto EUR 140,-
  • für den Versand abzuziehen EUR 8,-
  • Differenz somit netto EUR 32,-
  • Von diesen EUR 32,- kommen noch 42% Einkommenssteuer weg = EUR 18,56 Restbetrag.
  • Davon wiederum anteilig abzuziehen Sozialversicherung, Kammermitgliedschaft, Steuerberatung. Die Jahreskosten dieser Posten liegen mindestens bei EUR 400,- weshalb ich für den Einzelverkauf 10 EUR Abzug annehme.
  • Es bleiben somit trotz Einkauf mit 20% Rabatt und Verkauf mit 7% Aufschlag zum UVP nur EUR 8,56 übrig für sämtliche Tätigkeiten unter “Prozesse”.

Beispiel 2:

  • Produkt x weist einen UVP von brutto EUR 150,- auf. Ihr habt bereits im Vorfeld einen Abnehmer gefunden der bereit ist brutto EUR 160,- + EUR 8 Versand dafür zu bezahlen.
  • Einkauf zu brutto EUR 150,- davon 25,- EUR Vorsteuer = Einkaufspreis netto EUR 125,-
  • Prozesse: Einkaufen, Lieferung kontrollieren, Waren einbuchen, Rechnung legen, verpacken, zum Versand bringen, Zahlungseingang kontrollieren, Ware ausbuchen, Steuer abführen
  • Zahlung von brutto EUR 168,- davon Umsatzsteuer EUR 28,- = netto EUR 140,-
  • für den Versand abzuziehen EUR 8,-
  • Differenz somit netto EUR 7,-
  • Von diesen EUR 7,- kommen noch 42% Einkommenssteuer weg = EUR 4,06 Restbetrag.
  • Davon wiederum anteilig abzuziehen Sozialversicherung, Kammermitgliedschaft, Steuerberatung. Die Jahreskosten dieser Posten liegen mindestens bei EUR 400,- weshalb ich für den Einzelverkauf 10 EUR Abzug annehme.
  • Es bleibt somit bei Einkauf ohne Rabatt und Verkauf mit 7% Aufschlag zum UVP vermutlich ein negativer Deckungsbeitrag von 6 EUR und alle manuellen Tätigkeiten bzw. die Arbeitszeit waren kostenlos.

Was solltet ihr aus den beiden Beispielen mitnehmen?

Der Schlüssel steht und liegt im Einkauf. Natürlich war der Aufschlag am Verkaufspreis von 7% nicht besonders hoch. Wenn ihr eure Sets in realistischer Zeit wieder loswerden wollt darf der Verkaufspreis aber nicht zu hoch in Relation zum UVP sein. Darum kann ich es nur wiederholen, der Einkauf entscheidet den Erfolg (Abgesehen von Masse – könnt ihr das Set aus Beispiel 2 10.000 Mal im Jahr verkaufen sind die EUR 4,06 auch ein guter Wert, nebenberuflich geht das aber erstens nicht und zweitens gibt es dann noch ganz andere Probleme).

Da ich mir selbst nicht die Geschäftsgrundlage entziehen werde, kann ich meine Einkaufsquellen nicht nennen. Ergänzungskäufe tätige ich trotz möglicher Bedenken hier. Ergänzungskäufe sind Sets die ich nur kaufe um Serien zu vervollständigen oder weil der Rabatt groß genug ist. Kauft mit mindestens 25% Rabatt, für spezielle auslaufende Sets sind 50-55% möglich.

LEGO Einlagern 

Wichtig ist dabei – die Verpackung des Sets muss in einwandfreiem Zustand sein. Die Lagerung hat deshalb trocken und ohne Lichteinfluss zu erfolgen. Ich habe diesem Spezialthema einen eigenen Beitrag gewidmet.

LEGO Bewerben und Verkaufen

Ihr könnt nichts verkaufen wenn niemand davon weiß. Auch dieses Thema sprengt die Grenzen dieses Artikels und wird extra behandelt werden. Mein eigenes Lego beziehungsweise mein eigener Lego Shop wird aktuell kaum beworben. Ich bin auf den beiden großen Handelsplattformen vertreten. Hier der Link zu abrickperday.at.

LEGO Versenden

Habt ihr eure Waren online gekauft, empfiehlt es sich die Kartons für den Empfang der Sets auch wieder beim Versand zu verwenden. In der Regel sollte dadurch auch Füllmaterial wie Luftpolsterfolie, Luftsäckchen, Packpapier usw. vorhanden sein.
Zusätzlich empfehle ich:
Paketband* (gutes Paketband haftet gut, ist leise beim Abrollen, reißt beim Abrollen nicht),
einen Paketbandroller* (3 Stück zwischen 8 und 30 EUR probiert – kein Unterschied für mich),
Luftpolsterkuverts A5*, A4*, A3* (selbstklebend),
Druckverschlussbeutel groß* und klein*,
schwarzer Marker* (dick),
Drucker* mit Scanfunktion (der günstige tut´s auch).

Ich drucke meine Versandetiketten gemeinsam mit den Rechnungen selbst. Diese Onlinefrankierung spart mir bei Hermes 1 EUR pro Sendung. Generell versende ich mit Hermes, DPD, DHL und der Post je nach Empfangsland.

Welche Sets sollte ich kaufen?

Vor dem passendes Produktpreis muss das passende Produkt gewählt werden. Da es sich um ein philosophisches Thema handelt werde ich auch daraus einen eigenen Artikel machen.

Lohnt es sich Lego zu verkaufen?

Meine zwei Beispielrechnungen in diesem Artikel sind für sich alleine genommen noch nicht sehr aussagekräftig weshalb ich in einigen weiteren Blog Beiträgen darauf eingehen möchte. Was bereits jetzt klar sein dürfte – es handelt sich NICHT um einen Selbstläufer. Es steckt massenhaft Arbeit in allen damit verbundenen Tätigkeiten und die Fehlerquellen sind sehr vielfältig.

Bitte seht also in Kürze wieder auf meinem Blog vorbei um mehr zum Legohandel zu erfahren.

 

Fragen und Anregungen für diesen und weitere Beiträge könnt ihr direkt in den Kommentaren hinterlassen.

 

“LEGO® ist eine Marke der LEGO Gruppe, durch die die vorliegende Webseite jedoch weder gesponsert noch autorisiert oder unterstützt wird”.

 

Allgemeines zum eigenen Business / zur Selbstständigkeit:

Wie kann ich mein vorhandenes Onlinebusiness voranbringen* oder meine Webseite zu Geld machen (Videokurs)?

Wie kann der Start als Freiberufler* gelingen?

Sources:

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Stefan

Ich bin Geek, Digitalnomade, Blogger, IT-Techniker, IT-Projektleiter, Denker, Weltverbesserer, Kritiker, Analytiker, Datenschützer, Lego verliebt, Vater, neugierig. Think first!

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