Die erste Infografik dauert ewig

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Wie ich fünf Stunden Zeit verbrachte

Ich liebe Infografiken und habe im Rahmen meines Studiums auch hin und wieder eine in diversen Präsentationen eingebaut. Meistens ist es den Zusehern vermutlich nicht mal richtig aufgefallen, dennoch war ich zufrieden mit Gratis Tools und angezeigten Wasserzeichen.

Will man nun bei kostenlosen Tools bleiben aber dennoch ein professionelles Ergebnis erhalten ist mein unvorbelastetes Fazit “Die erste Infografik dauert ewig”. Woran das lag zeige ich euch gleich.

Warum überhaupt Infografiken?

Für mich sind Infografiken die optimale Verbindung von Text, Bild und Information. Komplexe Inhalte lassen sich einfach darstellen. Warum mich gerade heute die Muse geküsst hat und ich deshalb eine Infografik selbst erstellt habe liegt an dem von mir veröffentlichten Blogbeitrag “77 Tipps um bessere Blogartikel zu gestalten“.

Infografiken wurden dort von anderen nicht nur wegen des Transports der eigentlichen Inhalte sondern auch aufgrund ihrer hohen Attraktivität für grafische Sharingplattformen hervorgehoben. Außerdem habe ich den spannenden Artikel “30 Tage Plan zur Verdoppelung des Webseiten Traffics” von Andreas Graap gelesen (der mittlerweile nicht mehr erreichbar ist) und die Infografik füllt Tag 4 und 5.

 

Um dich nicht nach Regel 1 meiner Infografik zu belästigen (Zu persönlich sein) gibt es hier eine Abkürzung zur Zusammenfassung meiner heutigen Erfahrungen. Zur Kurzversion dieses Artikels.

 

Die erste Infografik dauert ewig

Erst musste ich ein passendes Programm finden. In meinem Fall war dies Piktochart. Ich habe bereits mit dem fixen Gedanken gestartet auf meinen eben veröffentlichten 77 Tipps Artikel zu referenzieren und mich dann konkret für die darin vorkommenden 8 häufigen Fehler zu reduzieren.

Piktochart war sehr einsteigerfreundlich und ich habe einige Zeit damit herumgespielt. Ich habe mir Symbole und Texte überlegt und Dinge vor und zurück verschoben. Irgendwann war ein Entwurf fertig und ich super enttäuscht. Das Ergebnis war eine Katastrophe.

Frustriert bin ich zu Fiverr.com gewechselt um mir einen Infografik Dienstleister zu suchen. Interessant war dabei zu sehen, dass alle anhand von Infopunkten oder auch einzelnen Sätzen abrechnen. Zusätzlich wird, zur Erhöhung des Preises, noch private use oder commercial use angeboten. Die Anbieter variieren dabei von 5 Dollar für 6 Infopunkte / commercial bis hin zu 80 Dollar für 20 Infopunkte / commercial.

Einige der Anbieter habe ich dann kontaktiert, meinen Draft übermittelt und Angebote eingeholt. Für diese Anfragen musste ich mir viele Gedanken über Ziel und Aussehen meiner Grafik machen und beantwortete mir damit auch gleich vieles selbst. Zur Abbildung meines kompletten 77 Tipps Beitrags werde ich mit ca. 60 Dollar rechnen müssen.

Zwei Stunden sind bereits vorbei

Nachdem ich eine Stunde in meinen Draft und eine Stunde in Fiverr investiert habe, war meine Infografik noch nicht weiter. Einen Schritt zurück zu Google und eine neue Software suchen war mein Ansatz dazu. Fündig wurde ich recht schnell bei Canva.com die durch die Bank vernünftige Bewertungen bekommen haben.

Meinen vorhandenen Draft habe ich als Grundstock genommen und nochmals sauber vom Beginn an aufgezogen. Bereits beim zweiten Symbol kam ich jedoch an die Canva Grenzen des kostenlosen Accounts. Zur Monetarisierung der Plattform kommen zu diesem Zeitpunkt zwei Varianten ins Spiel. Es gibt ein Abomodell welches monatlich mit ca. USD 11 abgerechnet wird oder die Alternative für einzelne Symbole zu bezahlen. Der Normpreis liegt dabei bei USD 1 für ein Element.

Ich habe mich für das vorgeschlagene Abomodell entschieden da ein 30 Tages Testzeitraum angeboten wurde. Höchst spannend finde ich dabei, dass ich dennoch keinen Zugriff auf die 1-Dollar teuren Symbole bekomme. Es sind somit im Canva System tatsächlich drei unterschiedliche Datenbanken mit unterschiedlichen Symbolen vorhanden Free, Pro (Abo) und Paid (USD 1).

Nach etwa 1,5 Stunden war ich fertig und wollte mein Ergebnis sofort publishen. Zum Glück kamen mir noch ein paar Fragen in den Weg und somit an dieser Stelle ein nächster Tipp:

Lasst eure Infografik auf die ihr zweifellos stolz, seid ein Weilchen abliegen damit ihr 1. darüber nachdenken könnt und 2. das Emotionslevel sinkt.

3,5 Stunden sind vorbei

Nach gut fünf Stunden Pause hatte ich Gelegenheit an meinem Infografik Projekt weiterzuarbeiten und ich hatte in der Zwischenzeit schon jede Menge Änderungswünsche entwickelt. Diese angedachten Änderungen habe ich in die Grafik eingebaut und meine Frau danach um Feedback gebeten. Durch die jahrelange Pinterest und Instagram Beschallung meiner Frau hatte sie zumindest die Möglichkeit den ersten Eindruck zu bewerten.

4 Stunden Zeit verbraucht

Meine fertige Infografik wollte ich nun natürlich an eine große Masse verteilen und dafür sind Links in der Grafik notwendig. Wenn das Pdf geteilt wird ist ein direkter, anklickbarer Link möglich, wird nur das Jpg oder png weitergegeben muss der Link im Text erwähnt werden.

Da ich den Erfolg meiner allerersten Infografik nicht einschätzen konnte wollte ich möglichst viel über die weitere Anwendung des Dokuments erfahren. Dazu musste ich die Möglichkeit erhalten zu erkennen über welche Links Personen auf den Blog gekommen sind.

Nachdem ich mit Dummyseiten auf dem Blog (und dann permanentem Redirect auf die eigentliche Zielseite) experimentiert habe fand ich den Begriff heraus der für diese Art Links zuständig ist. Es handelt sich um UTM (Urchin Tracking Module) Links. Das sind Links die noch angereichert mit allerhand Parametern ausgestattet werden, die dafür aber niemand tippen kann. Nach kurzer Recherche war dann klar, die meisten holen sich diese Links direkt aus Google Analytics. Ich habe mir das angesehen und es gefiel mir nicht.

Da ich dennoch wissen möchte was bei Infografiken funktioniert und was nicht bzw. wodurch eine Interaktion ausgelöst wird habe ich mich in der WordPress Plugin Library umgesehen. Fündig wurde ich bei Tool Nummer 2 – “Campaign URL Builder”. Mit den Standard Einstellungen konnte ich sofort loslegen und habe nun für die erste Infografik vier Links im Pdf hinterlegt welche jeweils durch einen Shortlink erreichbar sind (goo.gl/XXXXX – macht das Tool automatisch).

Welche Bereiche im Pdf ich mit Links versorgt habe seht ihr auf den nächsten zwei Bildern:

Link 1 führt als Deeplink zum Artikel

Link 2 führt auf die Startseite

Link 3 führt zu “über mich”

Link 4 führt auf die Startseite

Somit ist nun auch die fünfte Stunde vorbei. Meine erste Infografik scheint fertig zu sein und künftige werden wohl einiges weniger an Zeit benötigen.

Zusammenfassung

  • Finde eine Idee
  • Melde dich bei Canva.com an (war für mich passend)
  • Registriere dich für die 30 Tage Pro Version. Es muss gleich eine Kreditkarte angegeben werden die ab dem 31. Tag belastet wird. Deshalb könnt ihr die Proversion so oft verwenden wie ihr Kreditkarten habt 😉 (Ich habe 3 – juhuuu *gg*)
  • Suche dir eine Layout das zu deiner Idee passt und kämpfe dich durch das Design.
  • Lege die “fertige” Infografik für ein paar Stunden weg. Überarbeite dann deine zwischenzeitlichen Ideen.
  • Zeige jemandem, egal ob mit dem Thema vertraut oder nicht, die Infografik und fordere ehrliches Feedback. Der erste Eindruck ist der Wichtigste.
  • Überarbeite bei Bedarf nochmals und wiederhole die Feedbackschleife bis du nicht mehr der einzige bist dem das Ergebnis gefällt 😉
  • Verlinke das Dokument sofern das für dich wichtig ist.
  • Lade die Infografik hoch, verteile sie, bewirb sie.

 

Abschließend noch das fertige Produkt als Grafik und auch als Pdf mit der sofortigen Möglichkeit zu teilen.

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Stefan

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2 Comments

  1. Super Beitrag, für meine erste Infografik habe ich auch ewig gesessen. Einige tools sind eben besser und manche schlechter. Und ich entscheide mich eigentlich meist für kostenlose tools und da gibts halt nicht immer alles. Super artikel 🙂

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