Blogparade: eBook oder gedrucktes Buch?

Erwartete Lesedauer: 3 Minuten

Welches Medium bevorzugt ihr?

Anja vom Blog senkpiel.net hat auf ihrer Seite zur Beantwortung der Frage eBook oder gedrucktes Buch aufgerufen. Da ich mich durchaus zur Kategorie der Mensche zähle die gerne und viel lesen und gelesen haben, aber auch stark digital verwurzelt bin finde ich diese Frage interessant. Wie ich zu dem Thema stehe werde ich hier kurz darlegen.

Kindheitserinnerungen

Ich behaupte von mir mehrere tausend Bücher, Hefte und Magazine gelesen und dabei die Millionen-Seiten Grenze sicherlich überschritten zu haben. Von den anfänglichen Comics jeglicher Art, Micky Maus, Garfield, Tim und Struppi, Prinz Eisenherz usw. über sämtliche Was-ist-Was Bücher, allen Themen von Christine Nöstlinger und Thomas Brezina bis zu Jugendbüchern. All das vor dem Hintergrund als Alternative das reguläre Spielzeug verwenden zu können, zwischen zwei Fernsehsendern zu wählen oder irgendetwas im Freien zu unternehmen. Es gab keine Konsole, keinen PC oder Laptop und auch kein Handy. Lesen ist Abenteuer im Kopf war der Slogan in der Bücherei in der ich auch freiwillig mitgearbeitet habe. Natürlich prägen einen diese Erfahrungen und geben bestimmte Werte mit wobei die Themengebiete je nach Anlass stark variieren können.

Die Haptik

Spätestens zu dem Zeitpunkt an dem man ein Tablet in Händen hält ergibt sich die Möglichkeit auch eBooks zu konsumieren. eBooks sind  so praktisch weil sie Inhalte verlinken können. eBooks benötigen keinen Platz im Regal. eBooks verknittern nicht die Seiten können nicht einreißen. Außerdem sind eBooks günstiger und ich kann sie nicht verlieren. 

Was mir persönlich bei eBooks komplett fehlt ist der gesamte Bereich des Look & Feel erweitert um Smell (Wunderbar denglisch gebullshittet). Mir geht es tatsächlich darum wie sich ein Buch anfühlt und wie es riecht. Das Gefühl eine Seite umzublättern und auch zu sehen wieviele Seiten da in etwa noch kommen werden. Ein schweres Buch auf der Brust mit 300 gelesenen Seiten und weiteren 600 Seiten danach bei schummrigem Licht zu lesen ist einfach ein anderes Gefühl wie die perfekte Aufbereitung auf einem E-Ink Display.

Tatsächlich wäre ich bereit eine Menge zu investieren um die Möglichkeit eines Leseraums zu schaffen der ersten Ruhe und Gediegenheit ausstrahlt und zweitens alle Bücher beheimaten kann.

Der Platzbedarf

Es ist überhaupt keine Frage, dass das eBook im Platzbedarf die Nase vorne hat. Während sich bei mir zuhause die Bücher stapeln, in Kisten verschwinden müssen oder wie vor einigen Wochen in rauen Mengen an ReBuy geschickt werden, hat beispielsweise ein Kindle Reader dieses Problem nicht. Ich kenne mittlerweile einige Personen die wirklich viel lesen und auf digitale Medien umgestiegen sind. Es ist praktisch, die Frage welche Bücher in den Urlaubskoffer kommen stellt sich nicht und auch fürs Gewicht spielt es keine Rolle ob ich zwei oder fünfzig Bücher mitnehmen möchte. Dennoch bleibe ich als heavy user digitaler Medien dabei, dass ein Buch für mich auf Papier gedruckt sein muss.

Vermächtnis für die Zukunft

Jetzt lasse ich noch den Digitalnerd raus. Worüber sich sehr wenige Gedanken machen ist die Tatsache unseres digitalen Vermächtnisses für künftige Generationen. Das 21. Jahrhundert wird laut Projekten wie dem Memory of Mankind als das finstere Jahrhundert in die Geschichte eingehen. Worüber sich kaum ein normaler Benutzer Gedanken macht sind die Tatsachen, dass magnetische Datenträger nach 5 – 20 Jahren unbrauchbar sind. Optische Speicher lassen sich je nach Temperatur und Feuchtigkeit oftmals bereits nach noch kürzerer Zeit nicht mehr lesen. Hinzu kommen die unterschiedlichsten Lesetechnologien und Dateiformate. Kurzum – wer nicht weiß was da vor ihm liegt wird keine Möglichkeit haben die entsprechenden Informationen auszulesen. Ganz egal ob es dabei um belanglose Fotos oder die genaue Standortbezeichnung und Handhabung des Atommüll-Endlagers handelt. 

Aber ich speichere doch alles in der Cloud! – Dieser Ansatz stimmt zwar für den Einzelnen und somit auch für sein eBook von beispielsweise Amazon, verschiebt das Problem aber nur an den diensthabenden Amazon Techniker. Auch er tauscht jeden Tag eine Vielzahl an Speichermedien aus da das System diese als defekt markiert hat.

Papier hält auch nicht ewig! – Dieser Ansatz stimmt wieder. Dennoch kann jeder bei entsprechender Lagerung die Informationen eines hunderte Jahre alten Buches ohne technische Hilfsmittel entschlüsseln. Ein virtuelles Gut wie ein eBook ist hingegen einfach weg.

Für Interessierte: Einer der Ansätze dauerhafter Informationsspeicherung sind momentan tatsächlich Keramikplatten. Auf eine 20x20cm große Keramikplatte können ca. 35.000 Zeichen übertragen werden. Im Anbetracht des Wachstums an Daten ist diese Menge nahezu lächerlich, beschränkt auf das wirklich Wesentliche aber zumindest ein gangbarer Weg.

Fazit

Mein Plädoyer lautet ganz klar für das Papier Buch. Es macht Lesen zu einem Erlebnis aller Sinne und bringt auch jede Menge Schwierigkeiten wie Platz, Gewicht und Verschleiß mit. Es erzeugt dadurch aber auch eine Wertigkeit die eine gewisse Entschleunigung bedeutet. Lesen bleibt Abenteuer im Kopf.

Senkpiel.net

Zum Aufruf dieses Blogbeitrags kommt ihr hier auf den Leben-Lesen-Lernen Blog von Anja.

 

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Wie man seinen eigenen EBook Ratgeber* schreibt.

Sources:

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Stefan

Ich bin Geek, Digitalnomade, Blogger, IT-Techniker, IT-Projektleiter, Denker, Weltverbesserer, Kritiker, Analytiker, Datenschützer, Lego verliebt, Vater, neugierig. Think first!

4 Kommentare

  1. Hallo Stefan,
    danke für den Beitrag 🙂 Ich habe ihn gerade in unserem Artikel verlinkt.
    Eine Bitte: Kannst Du hier unseren Namen richtig schreiben? Senkpiel, ohne s in der Mitte. der URL-Name ist schlicht unser Nachname (dem ständig ein „s“ hinzugedichtet wird).

    LG
    Anja

    • Hallo Anja, danke für die Nachricht. Die Dichtung stammt wirklich von mir selbst, den Link hingegen hatte ich kopiert wodurch er richtig war ;-). Danke für die interessante Fragestellung. LG

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